Interview mit Landeswettbewerbsleiter Michael Stefan

Herr Stefan, die Teilnehmer des Landeswettbewerbs 2018 stehen fest. Was für Projekte erwarten uns denn in diesem Jahr?

Mit insgesamt 54 Projekten so viele wie noch nie in der 24-jährigen Geschichte des Landeswettbewerbs. Besonders beliebt in diesem Jahr sind die Fachgebiete Biologie und Physik.
Im Detail stellt sich die Situation so dar:

Besonders hervorheben will ich den hohen Anteil an Mädchen am Landeswettbewerb, der bei nahezu 50% liegt.Dies setzt den Trend der letzten Jahre ungebrochen fort und ist ein klares Indiz dafür, dass bei Schüler experimentieren beide Geschlechter gleichermaßen angesprochen werden.

Und das ist auch gut so…

Gibt es einen besonderen Trend oder Schwerpunkt, was die Ideen in diesem Jahr anlangt?

Hier steht der Trend zu Mikrocontrollern klar im Fokus. Die kleinen Minicomputer sind bei vielen Projekten und das nicht nur im Fachgebiet Technik nicht mehr wegzudenken.

Bei den Ideen sind die Teilnehmer – man kann schon fast sagen „wie immer“ - sehr kreativ und innovativ. Meist handelt es sich bei diesen um Lösungen für Probleme des Alltags, wie z.B. die Semmelschneidemaschine oder der automatische Babysitter (Digital Nanny 2.0). Und deshalb ist auch die Bandbreite der Ideen so groß und ein eindeutiger Trend heuer nicht zu erkennen.

Über 1000 Kinder haben sich bei Schüler Experimentieren beworben. Das ist eine gigantische Zahl und bundesweit unerreicht. Warum sind die Schüler in Bayern so innovativ?

Eine nicht ganz einfach zu beantwortende Frage. Aus meiner Sicht heraus können die Kinder und Jugendlichen nur dann ihre Kreativität bzw. Innovativität entfalten, wenn man sie auch lässt. Da Jugend forscht in der überwiegenden Mehrheit in Schulen stattfindet, müssen dort die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Hier bietet das bayerische Schulsystem offensichtlich genügend Freiräume, dass dies umgesetzt wird. Betrachtet man beispielsweise die teilnehmerstärksten bayerischen Jugend-forscht-Schulen genauer so fällt auf, dass gerade diese ein Konzept zur Förderung der Begabungen im naturwissenschaftlichen Bereich im Schulprofil verankert haben. Voraussetzung dafür sind neben der Bereitschaft der Schulleitungen diese Strukturen auch zu schaffen vor allem engagierte Lehrkräfte, die teilweise unter hohem zeitlichen Aufwand die Schülerinnen und Schüler bei den Projekten unterstützen und für die Idee von Jugend forscht begeistern. Aber um in einem Bild zu sprechen: Das Ganze ist nur dann erfolgreich, wenn die Saat auch auf einen fruchtbaren Boden fällt. D.h. ohne Kinder und Jugendliche mit einer gewissen Affinität zu Naturwissenschaften klappt es auch nicht. Aber anscheinend ist dieser Anteil in Bayern erfreulich hoch und die Kolleginnen und Kollegen an den Schulen machen vieles richtig.

Anmerkung: Rein statistisch gesehen ist das Bundesland Bremen deutschlandweit Spitze, was die Quote Teilnehmer bei Jugend forscht in Bezug auf 100.000 Schüler betrifft. In absoluten Zahlen liegt Bayern aber an der Spitze, auch im Vergleich zu ähnlich einwohnerstarken Bundesländern wie NRW oder BW.

Verraten Sie uns noch ein bisschen was über den Landeswettbewerb, der wieder – wie seit vielen Jahren – im BMW-Werk Dingolfing stattfindet.

Da fallen mir spontan die Stichworte „verlässlicher Partner“, „vertrauensvolle Zusammenarbeit“ und natürlich „Autos“ ein. Mit BWM steht mir ein tatkräftiges und dynamisches Unternehmen zur Seite, das mich bei meiner Tätigkeit nach Kräften unterstützt. Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an den Organisationsleiter Alexander Bachner und sein Team der Öffentlichkeitsarbeit. Die Vorbereitungen haben mittlerweile eine gewisse Routine erreicht, aber jedes Jahr tauchen an gewissen Stellen Überraschungen und Probleme auf, die einer Lösung bedürfen. In diesem Jahr haben wir zum ersten Mal die Anmeldung der Teilnehmer über die Homepage durchgeführt. Wir sind mit diesem ersten Versuch nicht unzufrieden, aber natürlich gibt es einige Dinge die wir für nächstes Jahr besser machen wollen - und auch werden. Ich hoffe, dass wir die Zusammenarbeit in den nächsten Jahren erfolgreich fortsetzen werden.

Ich freue mich sehr die 93 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Landeswettbewerbs am Montag den 16. April begrüßen und mit ihnen zwei spannende Tage im BMW Werk Dingolfing erleben zu können.